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Inklusion

Ein Kernanliegen von Handicap International ist die Anerkennung von Menschen mit Behinderung als gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger. Wir möchten, dass sie in ihren Familien und Gemeinschaften als vollwertige Mitglieder angesehen werden und fördern aktiv die Chancengleichheit. Unsere Teams kämpfen jeden Tag dafür, dass Menschen mit Behinderung an allen sozialen, schulischen, beruflichen, sportlichen, staatsbürgerlichen oder kulturellen Aktivitäten teilhaben können.

Ein ruandischer Junge mit Behinderung steht schreibend an der Tafel. Seine Klasse schaut ihm aufmerksam zu. Ein Beispiel für gelungene Inklusion in der Schule.

Schulische Inklusion in Ruanda: Obgleich der kleine Claude eine Behinderung hat, kann er ebenso am Unterricht teilnehmen wie die anderen. | © Jay Clark / Handicap International

Schulische Inklusion

Wir fördern den Zugang von Kindern mit Behinderung zu einer auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Bildung sowie die Inklusion in Regelschulen. Die sogenannte inklusive Bildung hilft dabei, dass sich die Sichtweise auf Menschen mit Behinderung zum Positiven wandelt. Zu diesem Zweck unterstützen wir Einrichtungen bei der Aufnahme von Kindern mit Behinderung. Wenn nötig, passen wir das Mobiliar an oder gestalten den Zugang zu den gebäuden um. Besonderes wichtig ist es uns, die Lehrkräfte für die spezifischen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung zu schulen und die anderen Kinder sowie die Gesellschaft für dieses Thema zu sensibilisieren.

Darüber hinaus unterstützen wir spezialisierte Einrichtungen (beispielsweise für Kinder mit geistiger Behinderung) sowie die Einrichtung von Inklusionsklassen (Klassen für Kinder mit Behinderung in Regelschulen).

Etwa 264 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit erhalten keine Schulbildung . Über 32 Millionen Kinder mit Behinderung in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen sind nicht eingeschult.

Berufliche Inklusion

Für alle Menschen gilt: eine sinnvolle, erfüllende berufliche Tätigkeit ist einer der wichtigste Faktoren, um selbstständig zu sein sowie Anerkennung innerhalb der Familie und der Gesellschaft zu finden. Wir unterstützen deshalb die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderung in lokale Strukturen, indem wir individuelle oder kollektive Projekte fördern (Förderung der Landwirtschaft in einem Dorf, Einrichtung einer Fahrradreparaturwerkstatt, eines Nähateliers usw.) und indem wir den Zugang zu Bankkrediten erleichtern. Außerdem sensibilisieren wir die Unternehmen in Bezug auf die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung.

Sport- und Freizeitaktivitäten

Der Zugang zu Sport- und Freizeitaktivitäten soll für alle Menschen mit Behinderung ohne Diskriminierung möglich sein. Sie stehen symbolisch für Werte wie Solidarität, Selbstüberwindung, gegenseitige Unterstützung, Selbstachtung usw. Wir bringen diese zur Geltung und erweitern den Zugang zu Sport- und Freizeitaktivitäten für Menschen mit Behinderung.

Inklusive Nothilfe

Gerade in Not- und Krisensituationen sind besonders schutzbedürftige Menschen, allen voran Menschen mit Behinderung, stark gefährdet. Wir sorgen dafür, dass die Hilfsmaßnahmen wirklich alle Menschen erreichen und sie auch in die Katastrophenvorsorge miteinbezogen werden.

Der Humanitäre Weltgipfel 2016 brachte einen großen Fortschritt für Menschen mit Behinderung in der humanitären Hilfe: Die Charta zur Inklusion in der humanitären Hilfe, die bereits von über Hundert Staaten und internationalen Akteuren angenommen wurde.

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Inklusiver Tanzworkshop in München
© HI
Inklusion Öffentlichkeitsarbeit

Inklusiver Tanzworkshop in München

Am vergangenen Samstag fand ein inklusiver Tanzworkshop unseres Projekts ComIn in München statt. Bea Carolina Remark, Leiterin des Workshops und ausgebildete Tanzpädagogin, ist selbst seit ihrer Geburt spastisch gelähmt. Sie arbeitet seit Jahren mit Choreografen, Tanzschaffenden, Therapeuten und Universitäten im In- und Ausland zusammen.

Tag der Gehörlosen: HI setzt sich für inklusive Bildung weltweit ein
© J. Mac Geown/HI
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Tag der Gehörlosen: HI setzt sich für inklusive Bildung weltweit ein

Zum Tag der Gehörlosen am 30.9.2018 möchte die internationale Hilfsorganisation Handicap International (HI) auf die Notwendigkeit von inklusiver Bildung auch in Ländern mit mittlerem oder schwachem Einkommen aufmerksam machen. Mit der Spendenkampagne #school4all soll den weltweit 32 Millionen Kindern mit Behinderung, die keine Schule besuchen können, der Zugang zu Bildung ermöglicht werden. Der Tag der Gehörlosen findet seit 1951 am letzten Septembersonntag statt, um auf die Situation der bundesweit ca. 80.000 gehörlosen Menschen hinzuweisen und für die Gebärdensprache zu werben.

Das Leben danach - Traumabewältigung im Südsudan
© Till Mayer/HI
Inklusion Rehabilitation und Orthopädie

Das Leben danach - Traumabewältigung im Südsudan

Till Mayer arbeitet als Journalist und Fotograf eng mit Hilfsorganisationen zusammen. Oft stehen dabei Menschen mit Behinderung im Fokus. Im Frühjahr 2018 besuchte der Fotojournalist den Südsudan auf Einladung von Handicap International. Hier lesen Sie Auszüge aus den Geschichten, die er dort sammelte. Für seine Reportagen wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet (www.tillmayer.de). Der gesamte Artikel erschien in der Main Post, am 3. September 2018.