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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

Kolumbien

In Kolumbien fördert Handicap International die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung, insbesondere der Überlebenden von bewaffneten Konflikten und Landminen. Seit 2017 führt HI Minenräumaktionen durch, leistet Aufklärungsarbeit über die Risiken von Minen und explosiven Kriegsresten und setzt sich für deren Opfer ein. 

HI - Kolumbien

© Bas Bogaerts / HI

Laufende Aktivitäten

Bewaffnete Gewalt ist in Kolumbien alltäglich, Konfliktgebiete sind stark vermint. Tausende von Menschen wurden bereits zu Opfern dieser Waffen und die meisten Überlebenden haben eine oder mehrere Behinderungen. Wir engagieren uns in zehn kolumbianischen Departements für die Überlebenden, bieten ihnen medizinische und psychologische Betreuung an und fördern ihre Eigenständigkeit. Handicap International wurde darüber hinaus als offizielle Organisation zur Minenräumung akkreditiert. Wir organisieren die Räumungsarbeiten der betroffenen Gebiete und klären die Bevölkerung über die Gefahren von Minen und explosiven Kriegsresten auf. In den am stärksten betroffenen Gebieten Atioquia, Cauca, Carquetá, Córdoba Nariño und Meta planen wir ein fünfjähriges Projekt zur Minenräumung.

Kolumbien hat ein schlechtes Pflegesystem für Menschen mit Behinderung. Gleichzeitig sind die Bedürfnisse an ein solches System enorm. Wir bilden deshalb Reha-Fachkräfte weiter, verbessern die Qualität und die Zugänglichkeit von Rehabilitationsleistungen und unterstützen die Politik dabei, mehr Gewicht auf qualitativ hochwertigere Reha-Dienste zu legen.

Darüber hinaus fördern wir Organisationen von Menschen mit Behinderung. Diese sollen mehr an Entscheidungsprozessen zur sozialen Inklusion der schutzbedürftigsten Menschen teilhaben und besser für ihre Rechte eintreten können.

Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass Menschen mit Behinderung Zugang zu einkommensschaffenden Tätigkeiten finden, insbesondere durch die Schaffung von Ausbildungsplätzen.

 

Neues aus den Projekten

Johana: Leiterin eines sechsköpfigen Entminungsteams
© Jules Tusseau/HI
Minen, Streubomben und andere Waffen

Johana: Leiterin eines sechsköpfigen Entminungsteams

Johana, 25 Jahre alt, befreit seit vier Jahren kontaminiertes Land in Kolumbien von Minen. Sie koordiniert bei Handicap International (HI) ein sechsköpfiges Minenräumungsteam. Manche von ihnen sind zwanzig Jahre älter als sie. Hier erzählt sie von ihren Erlebnissen.

Juan José: Ein kleiner mutiger Anführer
© Jules Tusseau/HI
Inklusion Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Juan José: Ein kleiner mutiger Anführer

Juan José, 6 Jahre alt, lebt in Timbío, Kolumbien. Sein rechtes Bein wurde amputiert, als er im Alter von zwei Monaten an Thrombose erkrankte. Handicap International (HI) und ihre Partnerorganisation, FEDAR, trafen ihn kürzlich. Sie möchten ihn  unterstützen und ihm eine neue Prothese beschaffen.

Minenfeld Kolumbien: Die Waffen müssen weg!
© Jules Tusseau/HI
Minen, Streubomben und andere Waffen

Minenfeld Kolumbien: Die Waffen müssen weg!

Seit 1990 haben Minen mehr als 11.100 Opfer gefordert. Nach Afghanistan ist Kolumbien das am stärksten verminte Land der Welt. Handicap International (HI) hat im Februar und März 2017 in drei Bezirken Stützpunkte zur Minenräumung aufgebaut. Pauline Boyer, Koordinatorin der Minenaktionen für HI in Kolumbien erklärt, warum es dringend notwendig ist, das Land von Minen zu befreien.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Kolumbien

Kolumbien ist weltweit das Land mit den zweitmeisten Minenopfern - über 11.100 in den letzten 25 Jahren. Laut Studien von Handicap International haben 80% der Überlebenden eine Behinderung.

50 Jahre Bürgerkrieg haben Kolumbien zu einem Land gemacht, in dem von 32 Departments 31 vermint sind. Damit belegt Kolumbien Platz 2 der am stärksten verminten Länder der Welt, direkt nach Afghanistan. Seit 1990 werden improvisierte Sprengsätze immer systematischer eingesetzt. Die Opfer stammen fast zur Hälfte aus der Zivilbevölkerung leben oft in abgelegenen Gebieten ohne direkten Zugang zu Gesundheitsversorgung oder Rehabilitationsmaßnahmen. 26% der Opfer sind Kinder – sie sind besonders schutzbedürftig. Tod, Verletzungen, langfristige Behinderungen und psychische Traumata sind die schwerwiegenden Folgen für die Opfer der Konflikte.

Auch wenn das Land auch heute noch stark von Gewalt (bewaffnete Kriminalität, organisierte Drogenbanden und Ausbeutung in den Goldminen)  betroffen ist, wurde am 26. September 2016 zwischen der Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) ein historisches Friedensabkommen unterzeichnet.

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Weltweites Engagement: