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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Niger

Handicap International engagiert sich in Niger für die Verbesserung der Lebensbedingungen der malischen Flüchtlinge in Niamey und der Menschen mit Behinderung im ganzen Land. Ein weiteres wichtiges Ziel unserer Arbeit ist die Sicherung der Waffenbestände, um die Risiken, die diese für die Bevölkerung darstellen, zu minimieren.

HI Niger

HI Niger | © Franck Pinay Rabaroust

Laufende Aktivitäten

Rechte von Menschen mit Behinderung

Um die Situation der Menschen mit Behinderung in Niger zu verbessern, unterstützen wir lokale Behindertenrechtsorganisationen dabei, ihrer Stimme mehr Gewicht und Gehör zu verleihen. Es werden auch Bildungsmaßnahmen für lokale Behörden angeboten, um die Umsetzung einer Politik zu fördern, die die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigt. Sie sollen die gleichen Rechte erhalten wie der Rest der Bevölkerung (Interessenvertretung, Schulbesuch, Fortbewegungsfreiheit etc.). 
Unsere Teams widmen der schulischen Inklusion von Kindern mit Behinderung besondere Aufmerksamkeit. Sie vergewissern sich, dass die Kinder in der Lage sind, die Schule zu besuchen und angemessen betreut werden. Dafür haben wir zahlreiche Interessenvertreter/-innen, die sich für eine inklusive Ausbildung einsetzen, ausgebildet und sensibilisiert. Darunter sind 300 Schulleitende und Lehrkräfte von 530 Schulen.

Unterstützung von Flüchtlingen

Wir bringen unsere Kompetenzen auch zugunsten der malischen Flüchtlinge ein, die zurzeit in Niamey leben, nachdem sie (seit Sommer 2012) vor der Dürre und den Kämpfen im Norden Malis geflohen sind. Wir haben die Betreuung einer zentralen Anlaufstelle übernommen, die es diesen Menschen ermöglicht, an geeignete Einrichtungen weiterverwiesen zu werden (Gesundheit, Bildung etc.).

Sicherung von Waffenbeständen

Bewaffnete Auseinandersetzungen führen nicht nur zu Tod und Verletzungen, sondern auch zu instabilen Gemeinschaften und Armut. Zivilist/-innen oder gar Kriegstreiber sollen keinen Zugang zu Waffen der staatlichen Sicherheitsorgane haben. Seit 2016 arbeiten wir mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes daran, im Niger den Zugang zu Klein- und Leichtwaffen zu beschränken. So unterstützen wir die Behörden beim Einsammeln und Zerstören illegaler sowie nicht mehr gebrauchsfähiger Kleinwaffen. Und auch die Lagerung der Waffen wird verbessert.

Innovation in Rehabilitation und Orthopädie

Seit 2016 stellt sich für HI die Frage, ob mit Hilfe neuer Technologien, wie des 3D-Drucks, nicht auch die Bereitstellung von Prothesen und Orthesen verbessert werden kann. Seit Ende 2017 haben wir in einem regionalen Projekt (IMPACT 3D) getestet, wie und ob 3D Druck in verschiedenen Ländern Westafrikas angewandt werden kann. Die ersten Ergebnisse sind sehr vielversprechend. So werden die Patient/-innen einmal an den entsprechenden Gliedmaßen gescannt, statt mehrere lange Fahrten auf sich nehmen zu müssen. Die auf Grund dieser Daten gedruckten Prothesen und Orthesen passen oft besser und brauchen weniger Nacharbeit. Und wir können über diesen Prozess auch Menschen in sehr abgelegenen Gebieten erreichen. Die Aktivitäten in Niger sollen ausgebaut werden. Das Druckzentrum dafür befindet sich in Lomé/Togo.
 

Neues aus den Projekten

Nahrungsmittelkrise und politische Krise in Mali und Niger Minen und andere Waffen Nothilfe

Nahrungsmittelkrise und politische Krise in Mali und Niger

Die beunruhigende Versorgungssituation in der Sahelzone (schlechte Ernten und Preissteigerungen) hat sich in Mali noch einmal rapide verschlechtert. Seit dem Beginn der Rebellion der Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad (MLNA) am 19. Januar dieses Jahres und dem Staatsstreich vom 22. März 2012 haben sich die politische Situation und die Sicherheitslage im Land verschärft.

Mehr Sicherheit in der Sahelzone
© Johanna de Tessières/HI

Mehr Sicherheit in der Sahelzone

Bewaffnete Auseinandersetzungen führen nicht nur zu Tod und Verletzungen, sondern auch zu instabilen Gemeinschaften und Armut. Zivilist/-innen oder gar Kriegstreiber sollen keinen Zugang zu Waffen der staatlichen Sicherheitsorgane haben. Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes arbeiten wir im Niger daran, den Zugang zu Klein- und Leichtwaffen zu beschränken.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes im Niger

Niger, ein Land der Sahelzone, gilt als das ärmste Land der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut und Benachteiligung.

Die Situation von Menschen mit Behinderung wird durch erhebliche Diskriminierung und sozioökonomische Ungleichheiten verschärft. Diese Diskriminierungen erfolgen in Form von eingeschränktem Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitsdiensten und eingeschränkter Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen. Außerdem werden Menschen mit Behinderung zu selten in Entwicklungsmaßnahmen berücksichtigt. 

Darüber hinaus wurde der Niger, der zwischen Nigeria, dem Tschad, Libyen, Algerien und Mali liegt, durch die politische Instabilität in den Nachbarländern, die Überfälle bewaffneter Gruppen und den Zustrom von Flüchtlingen, hauptsächlich aus Mali und Nigeria, geschwächt.

Weltweites Engagement:

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ