Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Tschad

Im Tschad leben etwa 16 Millionen Menschen, von denen laut der Weltbank die Hälfte unterhalb der Armutsgrenze lebt. Menschen mit Behinderung - einschließlich die Opfer von explosiven Kriegsresten – gehören zu den ärmsten und schutzbedürftigsten Menschen im Tschad. Außerdem sind Tausende von Menschen von Minen und explosiven Kriegsresten bedroht, die von verschiedenen Konflikten übriggeblieben sind. 

© Till Mayer / HI

Laufende Aktivitäten

Handicap International (HI) führt Nothilfe- und Entwicklungsprojekte durch, darunter Minenräumung, Hilfe für Menschen mit Behinderung, Inklusion, physische Rehabilitation und inklusive Bildung. Wir suchen nach innovativen und nachhaltigen Lösungen, um besser auf die tatsächlichen Bedürfnisse zu reagieren und die sozioökonomische Entwicklung der schutzbedürftigsten Menschen zu unterstützen. Im Norden des Landes hat HI zum Beispiel ein groß angelegtes Projekt zur Minenräumung und wirtschaftlichen Entwicklung (PRODECO) in Zusammenarbeit mit der Mine Advisory Group (MAG), Secours catholique et développement (SECADEV) und der Fondation Suisse pour le déminage (FSD) ins Leben gerufen. 

Das Projekt ODYSSEE 2025 hat es uns außerdem ermöglicht, unseren innovativen Ansatz zur Minenbekämpfung durch den Einsatz von Drohnen, elektronischen Tablets und neuen Technologien auszubauen. So können auch die Maßnahmen zur Reduzierung bewaffneter Gewalt verbessert werden. 

Neues aus den Projekten

Tschad: Drohnentests für Minenräumung
© John Fardoulis/HI
Minen und andere Waffen

Tschad: Drohnentests für Minenräumung

Im vergangenen März schloss Handicap International (HI) seine zweijährigen Drohnenversuche im Norden des Tschad mit seinen Partnern Mobility Robotics und FlyingLabs ab. Damit wurden zum ersten Mal in der Geschichte der humanitären Minenräumung Drohnenflüge mit Infra-Rot in einer realen Umgebung zusammen mit Räumungsarbeiten durchgeführt. 

Hightech für Minenräumung im Tschad Minen und andere Waffen

Hightech für Minenräumung im Tschad

Die Hilfsorganisation Handicap International (HI) setzt im Norden des Tschads eine ferngesteuerte Minenräummaschine ein und lokalisiert Minen dank einer Drohne mit Infrarotkamera. Erst wenn Bomben, Munitionen und Minen geräumt sind, kann die Bevölkerung zurückkehren, Landwirtschaft und Handel betreiben. Erst dann ist die Grundlage für ein sicheres Leben gelegt.

Minenräumung unter extremen Bedingungen
© Gilles Lordet / HI
Minen und andere Waffen

Minenräumung unter extremen Bedingungen

Seit November 2018 führt HI im Tschad in der Nähe von Faya-Largeau, der Hauptstadt der Provinz Borku, ein Projekt zur Räumung von explosiven Kriegsresten wie Landminen und Explosivwaffen durch. Rund 50 Entminer/-innen sind dort im Einsatz. Gilles Lordet, Kommunikationsbeauftragter für HI, hat das Team bei einem typischen Morgeneinsatz begleitet.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes im Tschad

Der Tschad, ein Land, das hauptsächlich ländlich geprägt ist, zählt zu den 10 ärmsten Ländern im Index der humanitären Entwicklung. Seit der letzten Präsidentschaftswahl 2016 und dem Fall des Ölpreises im Jahr 2014 befindet sich das Land in einer tiefen Rezession. 

Der Tschad ist seit 2003 von verschiedenen humanitären Krisen betroffen. Diese Krisen stehen im Zusammenhang mit großen Bevölkerungsbewegungen in den Grenzgebieten, darunter Flüchtlinge aus dem Sudan im Osten, Flüchtlinge und Rückkehrer aus der Zentralafrikanischen Republik im Süden und in jüngerer Zeit nigerianische Flüchtlinge und Binnenvertriebene in der Provinz Lac im Westen des Landes. Boko Haram destabilisiert weiterhin die Region Lac. Im Jahr 2020 führte die Regierung die Operation Bohoma Anger durch, um gegen Boko Haram in der Region zu kämpfen. Die Angriffe der bewaffneten Gruppe - Entführungen, Morde, Raubüberfälle, Brände - gingen trotzdem weiter und die Sicherheitslage ist zunehmend instabil. Aufgrund der durchlässigen Grenzen zu Burkina Faso, in welchem sich seit Januar 2015 Terroranschläge ereignen, ist das Land einer wachsenden terroristischen Bedrohung ausgesetzt.

Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 160
Eröffnungsdatum des Programms: 2014
 

Weltweites Engagement: