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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

Tschad

Im Tschad leben 300.000 Menschen mit der ständigen Bedrohung durch Landminen und explosive Kriegsreste – das Erbe von vier Jahrzehnten Krieg und größtes Hindernis für die Entwicklung des Landes. Die unsteten Grenzen des Landes führen dazu, dass sich die bereits schwierige humanitäre Situation noch weiter verschlechtert. Geschätzt benötigen über zwei Millionen Menschen Nothilfe. Wir sind seit 2014 im Land im Einsatz, unterstützen Minenräumungsarbeiten und bieten Hilfe für Opfer von Konflikten im Land. Seit 2015 helfen wir dabei, die Geflüchteten in der Region des Tschadsees über die Risiken von explosiven Kriegsresten aufzuklären und unterstützen die Inklusion von Kindern mit Behinderung in das Bildungswesen.

École au Tchad

Schule im Tschad | © Denis Ricca / HI

Laufende Aktivitäten

Wir arbeiten im Tschad als Teil des EU-Entwicklungshilfeprogrammes.

Wir helfen bei der Minenräumung und stellen der betroffenen Bevölkerung das Land sofort zur Verfügung. Wir bilden Mitglieder der Nationalen Hohen Kommission für Minenräumung aus und sind für die Weiterentwicklung der Prozesse verantwortlich.

Außerdem bilden wir Pflegekräfte für die Gesundheitszentren im Tschad aus und helfen in diesem Bereich auch, indem wir eine Strategie zur Identifikation von Menschen mit Behinderung entwickeln. Wir unterstützten die Neueröffnung des N’Djamena Rehabilitationszentrums und helfen Organisationen von Opfern von Konflikten und Menschen mit Behinderung dabei, ihre Rechte besser durchzusetzen, da diese Gruppen immer noch starker Diskriminierung im Land ausgesetzt sind.

Des Weiteren verbessern wir den Zugang zu Bildung für Kinder mit Behinderung der Region des Tschadsees, wo viele Menschen Zuflucht vor der Gewalt der Boko Haram aus dem benachbarten Nigeria fanden. Wir betreiben zusätzlich Aufklärungsarbeit über explosive Kriegsreste, um die Zahl der Unfälle zu reduzieren.

Neues aus den Projekten

Drohnen zur Minenerkennung: eine Revolution der Minenräumung?
© Nadège Mazars/HI
Minen, Streubomben und andere Waffen

Drohnen zur Minenerkennung: eine Revolution der Minenräumung?

In Zusammenarbeit mit Zukunftstechnologie-Unternehmen plant Handicap International einen Test von Minensuchdrohnen. Die ersten Versuche sind für Februar 2019 im nördlichen Tschad vorgesehen. Drohnen könnten helfen, verminte Gebiete genauer zu erfassen und die Dauer der Räumung zu reduzieren. Bei Erfolg würde diese Technik die Minenräumung revolutionieren.

Explosivwaffen: Risikoaufklärung im Tschad
© Benoit Almeras / HI
Minen, Streubomben und andere Waffen

Explosivwaffen: Risikoaufklärung im Tschad

Nach Jahrzehnten des bewaffneten Konflikts ist die Tschadsee-Region nach wie vor mit explosiven Kriegsresten übersät. HI stellt Warnschilder um gefährdete Bereiche auf und führt Aktionen zur Risikoaufklärung durch, um die lokale Bevölkerung vor den Gefahren zu schützen.

Tschad: Unbemannte Entminungsmaschine räumt Kriegsreste
© Global Clearance Solutions
Minen, Streubomben und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Tschad: Unbemannte Entminungsmaschine räumt Kriegsreste

Handicap International (HI) hat im Tschad ein umfangreiches Entwicklungsprogramm gestartet. Im Zentrum steht die Räumung der Minen, die der langjährige Konflikt mit L ibyen hinterlassen hat. Zu diesem Zweck haben wir eine unbemannte Minenräumungsanlage mit EU-Mitteln erworben. Besonders im Norden des Landes sind große Gebiete mit Landminen, Blindgängern und explosiven Resten verseucht. Tschad ist eines der ärmsten Länder der Welt.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes im Tschad

Der Tschad, ein Land, das hauptsächlich ländlich geprägt ist, zählt zu den 10 ärmsten Ländern in Bezug auf die menschliche Entwicklung. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wurde jedoch in den letzten Jahren stark von der Ölindustrie angekurbelt.

Die Sicherheitssituation im Land bleibt dennoch ein Anlass zur Sorge: Krisen im Sudan, der Zentralafrikanischen Republik und Libyen sowie die Aktionen der terroristischen Gruppierung Boko Haram gefährden die instabile humanitäre Lage weiter. Das Land beherbergt nun schon etwa 500.000 Geflüchtete aus den Nachbarländern. Diese Menschen sind extrem schutzbedürftig.

Der Tschad hat eine Bevölkerung von etwa 14 Millionen, wovon laut Weltbank 47% unter der Armutsgrenze leben.

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Weltweites Engagement: