Co-Preisträger Friedensnobelpreis

4. April – Internationaler Tag zur Aufklärung über die Minengefahr

Minen und andere Waffen
Deutschland

Immer mehr verbotene Waffen werden weltweit eingesetzt. Syrien, Jemen, Afghanistan, Kolumbien, Myanmar oder Tunesien sind nur einige Beispiele. Der Einsatz von Streubomben hat seit Inkrafttreten des Verbots 2010 sogar einen traurigen Höchststand erreicht.

Ein Junge, dem das linke Bein fehlt, liegt auf einer Liege. Ein Physiotherapeut behandelt ihn.

Sayed hat durch die Explosion eines Sprengsatzes ein Bein verloren. Unsere Physiotherapeuten helfen ihm, sich auf seine neue Prothese vorzubereiten. | © Jaweed Tanveer / Handicap International

Obwohl 1997 mit dem Ottawa-Vertrag Anti-Personen-Minen und 2008 mit den Oslo-Vertrag Streubomben international geächtet wurden, kamen insbesondere Streubomben in den letzten Jahren regelmäßig zum Einsatz. Die Mehrheit der Opfer beider Waffen stammt zu fast 80% aus der Zivilbevölkerung.

„Vor sechs Jahren feierten wir hoffnungsvoll das Inkrafttreten des Vertrags über ein Verbot von Streubomben, zu dem unsere Kampagne viel beigetragen hatte. Deshalb werden wir alles dafür tun, um den erneuten Einsätzen und der Weitergabe dieser Waffen entgegenzutreten. Sie treffen ja vor allem die Zivilbevölkerung - oft noch lange nach dem Krieg“ - Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von Handicap International Deutschland.

Laut dem letzten „Cluster Munition Monitor“ vom August 2015 wurden Streubomben seit 2010 noch nie so häufig von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren eingesetzt wie im Berichtszeitraum Juli 2014 bis Juli 2015: in Libyen, in Syrien, im Sudan, in der Ukraine und im Jemen. Keiner dieser Staaten hat den Verbotsvertrag bisher unterzeichnet. Auch die Landminen-Situation verschärft sich. Laut dem aktuellen „Landmine Monitor“ vom November 2015 verzeichnet die Welt einen besorgniserregenden Anstieg des Einsatzes von Minen und Sprengfallen durch nicht-staatliche bewaffnete Gruppen. Zehn Länder sind hiervon betroffen: Afghanistan, Kolumbien, Irak, Libyen, Myanmar, Pakistan, Syrien, Tunesien, Ukraine und Jemen. Dies ist die höchste Anzahl betroffener Länder seit 2006.

Ein sehr aktuelles Beispiel ist Jemen: Seit vielen Monaten ist das Land Schauplatz des massiven Einsatzes von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten durch alle Konfliktparteien. Dabei wurden auch Landminen und Streubomben regelmäßig eingesetzt. Die Organisation Human Rights Watch berichtet von insgesamt 15 Angriffen mit sechs verschiedenen Arten von Streumunition in mindestens 5 der 21 Provinzen des Landes (Amran, Hajja, Hodiada, Saada, Sanaa) seit März 2015.

Handicap International unterstützt in zahlreichen der durch Minen und Streubomben betroffenen Länder die Opfer dieser Waffen, engagiert sich in der Räumung explosiver Kriegsreste und klärt über die Gefahren von Landminen und Streubomben auf.

Ein wichtiger Teil unseres Kampfes gegen den „Krieg nach dem Krieg“ sind unsere öffentlichen Kampagnen.

Zeig dein Bein Aktion gegen Landminen in Berlin

Zeig dein Bein Aktion in Berlin mit Sebastian Krumbiegel, dem Sänder der Prinzen © Sabine Mittermeier / Handicap International

Eine dieser großangelegten Kampagnen nannte sich „Lend Your Leg - Zeig dein Bein“ und wurde von Handicap International und SODI in Deutschland erfolgreich umgesetzt. Von 2012 bis 2014 zeigten Menschen weltweit bei Aktionen und auf Fotos mit einem hochgeschlagenem Hosenbein ihre Solidarität mit Opfern von Minen und Streumunition. Weltweit und in Deutschland beteiligten sich unzählige Prominente und engagierte Bürgerinnen und Bürger. In Deutschland wurde die Kampagne unter anderem von Mario Galla, Urlike Folkerts, Doris Dörrie, Felix Klare, den Huberbuam, Michael Volle, Prinz Pi, den Killerpilzen, Quadro Nuevo und zahlreichen führenden Politikerinnen und Politikern unterstützt.

Bitte unterstützen auch Sie unseren Kampf gegen den Krieg nach dem Krieg.

4 April 2016
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München, 30. März 2021. Anlässlich des Internationalen Tages der Aufklärung über die Minengefahr am 4. April weist die Hilfsorganisation Handicap International (HI) auf die Risiken und die hohe Verseuchung durch Landminen, explosive Kriegsreste, Sprengfallen und improvisierte Minen hin. Diese bedrohen vor allem in Wohngebieten das Leben der Zivilbevölkerung und machen die Rückkehr zu einem normalen sozialen und wirtschaftlichen Leben unmöglich. Die Räumung wird immer komplizierter und langwieriger, erklärt Handicap International und fordert außerdem, dass die Gefahrenaufklärung der Bevölkerung dringend ausgeweitet werden muss. Laut dem aktuellen Landminenmonitor sind 80% der Opfer Zivilisten und Zivilistinnen – darunter 43% Kinder.