Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Halima: „Meine Tochter kommt endlich wieder vorwärts”

Inklusion Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Kenia

Halima, 9, lebt mit Zerebralparese. Für sie sind alltägliche Dinge – einen Stift festhalten, den Rücken gerade halten, ihre Bewegungen koordinieren – eine Herausforderung. Dank Handicap International hat dieses junge somalische Mädchen einen Rollstuhl und profitiert jetzt auch von Rehabilitationssitzungen. Halima strengt sich an und wird immer selbstständiger.

Halima sitz im Rollstuhl, der von einer Schulfreundin geschoben wird, vor ihrer Schule.

Vier Jahre lang hat Halima auf dem Boden sitzend verbracht, ohne Versorgung und ohne sich zu beschweren | © Xavier Bourgois / Handicap International

Die Temperaturen liegen um die 40 Grad in der Barnham Grundschule, mit ihren 2.518 SchülerInnen und 30 Lehrkräften.
Die neunjährige Halima konzentriert sich auf ihre Aufgaben, umgeben von gut hundert anderen Schulkindern. Sie mag die Schule und will lernen. Seit 5 Jahren lebt sie im Flüchtlingscamp Kakuma im Nordwesten Kenias.

Ihrer Mutter Isha erzählt: „Wir haben mit meinem Mann Abdellah und unseren sieben Kindern in Somalia gelebt. Wir haben unseren Acker bewirtschaftet und hatten ein sehr geringes Einkommen. Das Land ist vom Krieg auseinandergerissen worden. Unsere Eltern wurden entführt und getötet. Wir wollten nur eins: so schnell wie möglich weg von diesem Blutvergießen.“

Am Anfang merkten Isha und Abdellah nichts. Aber als Halima drei Jahre alt war, bekam sie schlimmes Fieber. Ihre Nachbarn schlugen vor, sie mit Heilpflanzen zu behandeln - erfolglos. Als sie vier Jahre alt war, brachten sie sie ins Krankenhaus. Trotz der Diagnose Zerebralparese wurde Halima nur mit Medikamenten gegen das Fieber nach Hause geschickt. Das war alles.

Im selben Jahr, 2010, verließen Halima und ihre Familie Somalia. Sie begaben sich zuerst in das Flüchtlingscamp in Dadaab im Osten Kenias und dann nach Kakuma. „Vier Jahre lang hat Halima auf dem Boden sitzend verbracht, ohne Versorgung und ohne sich zu beschweren”, erzählt uns Isha .

Im Juli 2014 hat das Rehabilitationsteam von Handicap International Halima getroffen, ihre Beine untersucht und mit ihren Eltern gesprochen. Wir haben ihr sofort einen Rollstuhl, einen Spezialsitz für die Schule und seit September organisieren wir für sie Rehabilitationssitzungen. „Halima macht Fortschritte. Wir dehnen ihre Muskeln, massieren ihre Beine. Sie entwickelt eine bessere Balance und gewinnt Selbstständigkeit. Sie ist nicht mehr so schüchtern und traut sich, uns hin und wieder ein ehrliches Lächeln zu schenken”, erklärt Jared Obuya, einer unserer Rehabilitationstrainer in Kenia. Vor ihrem Haus habe wir einen Barren aufgestellt, damit sie zu Hause trainieren kann. "Aufgrund der Hitze, den großen Entfernungen und ihrer Familiensituation ist das unbedingt notwendig“, ergänzt Jared.

Es ist Spielzeit. Die Schulkinder bekommen Haferbrei. Zwei Mädchen rennen auf Halima zu und schieben sie aus dem Klassenzimmer. Ihre Mutter sagt: „Wir sind hier sicher, aber unsere Lebensbedingungen sind immer noch sehr schwierig. Ich habe sieben Kindern und ein junges somalisches Mädchen, das wir aufgenommen haben. Mein Mann ist krank. Wir haben nicht genug Wasser. Zu viele Münder zu füttern und zu wenig Nahrung. Ohne  Handicap International würde Halima nicht zur Schule gehen können und nicht solche Fortschritt machen. Ich bin erleichtert, dass wir Unterstützung erhalten und ich bin glücklich, dass meine Tochter endlich vorwärts kommt.“

16 Juli 2015
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019:  Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig
© C.Briade/HI
Inklusion Nothilfe

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019: Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig

Auf dem Humanitären Kongress in Berlin diskutieren Expert/-innen über die humanitären Herausforderungen der Klimakrise. Der Klimawandel verstärkt die Anzahl der Katastrophen und Konflikte weltweit. Für Menschen mit Behinderung sind die Barrieren nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen besonders hoch und oftmals werden sie in der humanitären Hilfe übersehen. Handicap International fordert mehr Teilhabe für die, die am meisten Schutz benötigen. Humanitäre Helfer müssen im Notfall inklusiv denken und diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

Vor der nächsten Katastrophe: Stärkung und Vorbereitung für die Schutzbedürftigsten
©CARE, 2017
Nothilfe

Vor der nächsten Katastrophe: Stärkung und Vorbereitung für die Schutzbedürftigsten

Naturkatastrophen passieren immer wieder und sind selten vorhersehbar. Deshalb hilft HI in 16 besonders gefährdeten Ländern, um die Menschen besser darauf vorzubereiten und beispielsweise die Häuser widerstandsfähiger zu machen. Im Fokus unserer Unterstützung: Hilfe für Menschen mit Behinderung, ältere Personen und Kinder. In einem unserer Projekte fördern wir nachhaltige Baumethoden, die starken Stürmen standhalten können.

HI hilft den Geflüchteten aus Venezuela
© HI
Nothilfe

HI hilft den Geflüchteten aus Venezuela

Kolumbien hat über eine Million Venezolaner und Venezolanerinnen aufgenommen, die aus ihrem Land geflüchtet sind. HI leistet dort Nothilfe für diese schutzbedürftigen Menschen. Seit 2013 herrscht in Venezuela eine schwere ökonomische, politische und soziale Krise. Der Zugang der Bevölkerung zur Gesundheitsversorgung, zu Lebensmitteln und sanitären Einrichtungen ist erheblich zurückgegangen. Die humanitären Bedürfnisse sind beträchtlich. Mindestens 3,4 Millionen Venezolaner sind aus ihrem Land geflohen, davon 2,7 Millionen in die Länder Lateinamerikas und der Karibik. Über eine Million von ihnen haben Zuflucht im Nachbarland Kolumbien gefunden.
 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ