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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

Indonesien

In Indonesien setzt Handicap International sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung und andere besonders schutzbedürftige Menschen einen besseren Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen wie den Besuch von Schulen oder Gesundheitszentren bekommen. Wir fördern ihre Teilhabe am politischen und öffentlichen Leben und sorgen dafür, dass sie gut auf Naturkatastrophen vorbereitet sind. Seit 2017 ist Indonesien in ein regionales Programm mit den Philippinen und Osttimor integriert. 

Kinder auf Sumatra, Region Padang - HI Indonesien

Kinder auf Sumatra, Region Padang - HI Indonesien | © Benoit Darrieux / HI

Laufende Aktivitäten

Handicap International engagiert sich seit Januar 2005 in Indonesien. Anlass war der verheerende Tsunami, der in Indonesien und vielen anderen asiatischen Ländern Hunderttausend Tote zur Folge hatte. Damals halfen unsere Teams der Bevölkerung der Provinz Aceh. Sie verteilten Hilfsgüter, führten Reha-Maßnahmen durch und betreuten viele der Überlebenden psychologisch. Heute konzentrieren wir uns auf die Inklusion von Menschen mit Behinderung und auf die Förderung und Einhaltung ihrer Rechte.

Vorbereitung auf Naturkatastrophen

Indonesien ist regelmäßig von Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüchen, Erdbeben und Überschwemmungen betroffen. Wir unterstützen deshalb weiterhin unsere Partnerorganisationen und lokalen Akteure durch den Aufbau von Kompetenzen. Die Risiken durch Naturkatastrophen sollen verringert werden und im Notfall muss geklärt sein, dass besonders Menschen mit Behinderung bei der Sicherung ihrer Grundbedürfnisse (Nahrungsverteilung, Pflege) und ihrer speziellen Bedürfnisse (insbesondere Rehabilitation) unterstützt werden. Deshalb achten wir gemeinsam mit unseren Partnern darauf, dass die Katastrophenvorsorge inklusiv ist, dass also auch alle besonders schutzbedürftigen Menschen in die Notfallpläne miteinbezogen werden.

Rechte von Menschen mit Behinderung

Handicap International unterstützt Organisationen von Menschen mit Behinderung und begleitet staatliche Institutionen, damit diese die Rechte von Menschen mit Behinderung besser berücksichtigen. Die Unterstützung der Organisationen kann sowohl finanzieller oder technischer Natur sein. So führen wir zum Beispiel Sensibilisierungsmaßnahmen durch oder bieten ihnen Schulungen zum verbesserten Eintreten für ihre Rechte an. Die staatlichen Institutionen werden darüber hinaus bei der Umsetzung eines nationalen Aktionsplans beraten, um den Zugang für Menschen mit Behinderung zu öffentlichen Infrastrukturen und Dienstleistungen zu ermöglichen.

Nothilfe und Ernährung

Wir unterstützen Familien im Katastrophenfall dabei, ihre Lebensgrundlage wieder herzustellen, helfen beim Aufbau der Bewässerungsanlagen und der Aussaat des neuen Saatguts.

Neues aus den Projekten

Tsunami in Indonesien: Viele Opfer weiter unerreichbar
CIS-Timor/ HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Tsunami in Indonesien: Viele Opfer weiter unerreichbar

Die Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis, die Indonesien getroffen haben, sind weiterhin spürbar. Das Phänomen der Bodenverflüssigung hat ganze Dörfer erfasst. Allein dadurch wurden mehr als 10.000 Menschen verletzt; 800 werden noch vermisst. Fast 2.000 Menschen haben ihr Leben verloren.

Tsunami in Indonesien: Mehr als 190.000 Menschen brauchen Hilfe
©AFP PHOTO/ADEK BERRY
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Tsunami in Indonesien: Mehr als 190.000 Menschen brauchen Hilfe

Ein schweres Erdbeben mit anschließendem Tsunami erschütterte am 28. September das Zentrum der indonesischen Inselgruppe und forderte 1.763 Menschenleben. Mehr als 5.000 Menschen sind vermisst. HI schickte ein Nothilfeteam von Experten nach Indonesien und koordiniert den Einsatz mit lokalen Organisationen.  

Reha für Opfer des Tsunamis in Indonesien
© Montes de Oca_ADRA International
Nothilfe

Reha für Opfer des Tsunamis in Indonesien

Ein Erdbeben und anschließender Tsunami haben vor einigen Tagen das Zentrum des indonesischen Archipels getroffen und mehr als 1.000 Menschen getötet. Während sich die HI-Teams auf den Nothilfe-Einsatz vorbereiten, erläutert Pauline Falipou, HI-Physiotherapeutin und Notfallspezialistin, den Bedarf an Reha bei derartigen Katastrophen.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Indonesien

Indonesien ist ein riesiges Archipel mit 13.803 Inseln. Tsunamis, Erdbeben, Überschwemmungen und Vulkanausbrüche kommen in dieser Region sehr häufig vor und beeinträchtigen die Bevölkerung in hohem Maße, vor allem die besonders schutzbedürftigen Menschen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Handicap International gilt deshalb besonders schutzbedürftigen Menschen, damit diese in Notfallsituationen berücksichtigt werden und von den Mechanismen der Katastrophenmaßnahmen erfasst werden.
Die Ratifizierung der Internationalen Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung durch die indonesische Regierung im Oktober 2011 ist das Ergebnis einer intensiven Mobilisierung seitens der Organisationen von Menschen mit Behinderung, welche aktiv von Handicap International unterstützt wurden. Handicap International hat diese Gruppen trainiert und ihnen finanziell dabei geholfen, gegenüber der indonesischen Regierung für ihre Rechte einzutreten. Trotz dieser Erfolge bleibt noch viel zu tun bis die Rechte von Menschen mit Behinderung wirklich geachtet werden.

  • Menschen mit Behinderung werden in Indonesien oft Opfer von Diskriminierung und Stigmatisierung. Das gilt insbesondere für die Provinzen im Osten des Landes, die zu den ärmsten und entlegensten gehören. Regelmäßig fristen sie dort nur ein Schattendasein und werden von ihren Familien versteckt.
  • In den Bereichen Gesundheit, Soziales, Wirtschaft und Bildung mangelt es an kompetenten Angeboten. Außerdem ist das Personal meist nur gering qualifiziert und Menschen mit Behinderung haben kaum Zugang zu den wenigen Dienstleistungen.
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