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#school4all: Hilfsorganisation Handicap International fordert Bildung für Kinder mit Behinderung

Weltweit gehen 32 Millionen Kinder mit Behinderungen nicht in die Schule – das sind ungefähr viermal so viele Kinder wie es Schüler/-innen in Deutschland gibt.[1] Um allen jungen Menschen – ob mit oder ohne Behinderung – den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und die Öffentlichkeit zu mobilisieren, ruft die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International mit der Kampagne #school4all zu mehr Inklusion auf. Allein im letzten Jahr half HI knapp 150.000 Kindern mit Behinderung. Sie alle dürfen nun in die Schule gehen. Darunter die neunjährige, gehörlose Susillah aus Nepal. In ihrer Klasse können alle Klassenkamerad/-innen die Gebärdensprache.

 

 

#school4all- die wichtigsten Ziele von HI:

  • Mehr Bildungsmöglichkeiten für Kinder mit Behinderungen

  • Mehr Integration in Schulaktivitäten

  • Mehr Lehrkräfte, die für inklusive Bildung geschult sind

Besonders in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen haben Kinder mit Behinderung kaum Chancen, eine Schule besuchen zu dürfen. Eltern und lokale Behörden sind dort oft nicht ausreichend über das Thema Behinderung informiert und dafür sensibilisiert. So entstehen negative Einstellungen und Vorurteile gegenüber Kindern mit Behinderung. Auch im konkreten Schulalltag schränken zahlreiche Faktoren die Chancen auf inklusive Bildung ein: Die Hindernisse beginnen häufig bereits auf dem Weg zur Schule, wenn Transportmittel wie Schulbusse nicht auf die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung ausgelegt sind. Auch viele Schulgebäude sind nicht barrierefrei und es mangelt beispielsweise an Rampen für Kinder mit Gehbehinderung oder genügend Tageslicht für Kinder mit Sehbehinderung. Zudem stimmen viele Lehrkräfte die Gestaltung ihres Unterrichts nicht auf Kinder mit Behinderungen ab.

Susillah aus Nepal ist seit ihrer Geburt gehörlos. Sie besucht mit anderen Kindern ohne Behinderung die Schule.

Susillah aus Nepal ist seit ihrer Geburt gehörlos. Sie besucht mit anderen Kindern ohne Behinderung die Schule.

Kinder mit Behinderung werden oft vergessen

Da die Lehrkräfte nicht zum Thema inklusive Bildung geschult werden, ist der Unterricht nicht auf die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung abgestimmt. Häufig lassen die Lehrkräfte ihre Schüler/-innen von der Tafel abschreiben oder Inhalte mündlich wiederholen – eine Aufgabe, die Kinder mit Seh- oder Hörschwäche ausschließt. Inklusion spielt auch in der Bildungspolitik vieler Länder keine Rolle. Regierungen sind nicht ausreichend über die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung informiert. So beschränkt sich die Unterstützung für Kinder mit Behinderung meist nur auf die medizinische Versorgung – ihre Bildung und soziale Integration werden nicht berücksichtigt.

Spendenkampagne #school4all

Um sich dafür einzusetzen, dass jedes Kind – ob mit oder ohne Behinderung – zur Schule gehen kann, ruft die humanitäre Hilfsorganisation in diesem Sommer eine Spendenkampagne ins Leben. Unter dem Motto #school4all macht die Organisation darauf aufmerksam, dass alle Kinder das Recht auf eine hochwertige, kostenlose und inklusive Schulbildung haben. Die Organisation engagiert sich seit vielen Jahren in diesem Bereich: Allein im Jahr 2017 erhielten 144.604 Kinder durch Projekte von HI einen Zugang zu Schulbildung. Darunter ist auch die neunjährige Susillah aus Nepal. Sie kam gehörlos auf die Welt und besucht eine inklusive Schule, die von HI unterstützt wird und an der das Mädchen Gebärdensprache lernt. Die HI Teams schulen dort nicht nur das Lehrpersonal, sondern bringen auch den anderen Schulkameraden Gebärdensprache bei, sodass alle miteinander kommunizieren können.

Weiterführende Infos finden Sie in unserer Pressemappe zur Kampagne.

[1] Statistisches Bundesamt: https://bit.ly/2LTv5p3